Politische Mitte und Rechtsextremismus
Diskurse zu fremdenfeindlicher Gewalt im 12. Deutschen Bundestag (1990-1994)
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Nach dem Umbruch in der DDR und der Vereinigung der beiden deutschen Staaten kam es Anfang der neunziger Jahre in ganz Deutschland zu einem deutlichen Anstieg von Gewalttaten mit rechtsextremistischem Hintergrund. Die Ausschreitungen von Hoyerswerda im Herbst 1991 zeigten eine neue Dimension von Fremdenfeindlichkeit und Gewalttatigkeit. In aller Offent- lichkeit, unter Anwesenheit der Polizei und von Beifallsbekundungen der Anwohner begleitet, griffen jugendliche Gewalttater Asylbewerber und ehe- malige Vertragsarbeiter an. Hatte es wahrend der Nachkriegszeit durchgangig rechtsextreme Erscheinungen wie Organisationen und Parteien in einem ab- gegrenzten rechtsextremen Lager sowie relativ konstante Einstellungsdispo- sitionen in der Bevolkerung gegeben, so war das Ausma und die Brutalitat der Gewalt gegen Fremde, vor allem aber deren Akzeptanz in Teilen der Bevolkerung, ein neues Phanomen, das das politische System besonders her- ausforderte. Damit stellt sich die Frage, wie die mageblichen politischen Krafte und Institutionen auf diese Erscheinungen reagierten, die im In- und Ausland Anla zu Emporung und Kritik waren.
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