Das Kulturpublikum
Fragestellungen und Befunde der empirischen Forschung
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Armin Klein Vor einigen Jahren schrieb der Theaterkritiker Gerhard Jorder in der Woch- zeitung Die Zeit: Es ist schon eigenartig mit dem Theaterpublikum. Ist es da, interessiert sich keiner dafur. Bleibt es weg, sprechen alle von ihm. Erst wenn es sich verweigert, ist es wieder wer. Ein Phanomen'. Ein Problemfall!" Was hier speziell uber das Theaterpublikum gesagt wird, kann mehr oder weniger auch fur die anderen Kunstsparten gelten: Uber viele Jahrzehnte wussten die Produzenten von Kunst und Kultur wenig, viel zu wenig uber ihr Publikum. Dies hat im Wesentlichen zwei Grunde. Zum einen waren (und sind) viele Kulturschaffende weitestgehend an ihrem kunstlerischen Produkt und dessen Herstellung interessiert. Das ist auch vollig in Ordnung so, kann sich doch der Kunstler, die Kunstlerin auf die (nahezu) grenzenlose Freiheit berufen, die ihm das Grundgesetz in Artikel 5 Absatz 3 gewahrt. Die zweite Ursache liegt in den in Deutschland sehr hohen staatlichen Zuwendungen, die die immaterielle Kunstfreiheitsgarantie materiell absichern: Rund acht Milliarden Euro lassen sich dies Bund, Lander und Gemeinden kosten.
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