Ein Ereignis ohne Namen?
Zu den Vorstellungen des Bauernkriegs' von 1525 in den Schriften der Aufstandischen' und in der zeitgenossischen Geschichtsschreibung.
Price for Eshop: 3856 Kč (€ 154.2)
VAT 0% included
New
E-book delivered electronically online
E-Book information
Annotation
In der Sprache spiegelt sich nicht nur historische Realitat, sie tragt auch zur Konstituierung einer solchen bei. Umso erstaunlicher ist das bisherige Urteil einzuschatzen, dass die Aufstandischen' des Jahres 1525 keine Bezeichnung fur ihre Erhebung' gefunden hatten. Der Umstand, dass die Beteiligten relativ ausfuhrlich uber ihr Vorhaben schrieben und dabei mitunter sprachreflexiv die Frage nach der angemessenen Benennung stellten, erlaubt jedoch Ruckschlusse auf ihre Vorstellungen zu einem Ereignis, das nur scheinbar ohne Namen blieb. Im Sinne der Historischen Semantik werden dabei Benennungsstrategien vorgestellt und die zugrundeliegenden Diskurse untersucht, die den idealisierten Vorstellungs- und Handlungsraum einer legitimen Erhebung' im heutigen Suddeutschland bildeten. Einen zweifellos negativen Blick auf die Geschehnisse bieten demgegenuber die zeitgenossischen Geschichtsdarstellungen, die wie selbstverstandlich die Vokabel des Bauernkriegs' verwenden, die erst gegen Ende der Erhebung' aufkam. Diese Texte, die zur Gattung der Bauernkriegsgeschichtsschreibung zahlen, werden erstmals als Genre vorgestellt, um das Bauernkriegsverstandnis zu erortern, das die Historiographie bis zum 19. Jahrhundert pragte.
Ask question
You can ask us about this book and we'll send an answer to your e-mail.