Cover of Franziska Bomski: Die Mathematik im Denken und Dichten von Novalis

Franziska Bomski Die Mathematik im Denken und Dichten von Novalis

Zum Verhaltnis von Literatur und Wissen um 1800

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De Gruyter

2014

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246

978-3-11-040125-7

3-11-040125-8

Annotation

Ausgehend von der Rekonstruktion zeitgenossischer wissenschaftlicher und wissenschaftsphilosophischer Quellen und Kontexte um 1800 untersucht die Studie Novalis' eigenwilligen, spezifisch poetischen Umgang mit mathematischen Konzepten. Die Textgrundlage bildet dabei einerseits das Enzyklopadistik-Projekt des Allgemeinen Brouillon, in dem Novalis unter anderem die Mathematik auf ihre Eignung als Leitdisziplin befragt. Diese Befragung vollzieht sich nicht in einheitlicher, philosophisch-systematischer Weise, sondern erfolgt in vereinzelten praktischen Versuchen, mittels mathematischer, formaler Strukturen neues Wissen zu generieren. Grundlegend fur die Argumentation ist dabei die These, dass sich das Enzyklopadistik-Projekt durch ein systematisches Bestreben auszeichnet, sich jedoch weniger als Entwurf, sondern vielmehr als Suche nach einem System des Wissens verstehen lasst.Zum anderen untersucht die Studie, welche Bedeutung der Mathematik in Novalis' dezidiertliterarischem Romanfragment Heinrich von Ofterdingen zukommt. Sie widerspricht der haufig geauerten Forschungsmeinung, Novalis inszeniere im sogenannten Klingsohr-Marchen die Ablosung der Wissenschaft, insbesondere der Mathematik, durch die Poesie, und argumentiert, dass es sich stattdessen um eine integrative, synthetische Utopie handelt. Einen weiteren Schwerpunkt bildet das bislang vernachlassigte Verhaltnis von Dichtung und Astronomie. Letztere nutzt Novalis, um eine vermogenspsychologische Utopie unter Verzicht auf diskursive Verhandlung erzahlend zu gestalten. Er aktualisiert und narrativiert die Metapher des Theatrum astronomicum und schreibt dem Klingsohr-Marchen damit eine selbstreflexive Dimension ein, die eine poetologische Lesart nahelegt.

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